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Apotheken steigen in die Hämophilieversorgung ein

Seit kurzem können Apotheken Bluter mit Hämophiliepräparaten versorgen. Es gibt pharmazeutische und wirtschaftliche Besonderheiten.
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Bisher wurden die Hämophiliepräparate (es gibt rund 130 PZN) direkt an Ärzte geliefert und dort abgegeben. Mit dem Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) wurde eine bisher laut § 47 Arzneimittelgesetz geltende Ausnahme ab 1. September 2020 zurückgenommen. Die meist höher- und hochpreisigen Hämophiliepräparate sind seitdem apothekenpflichtig.

Es können nun nicht nur hämostaseologisch qualifizierte Ärzte, sondern beispielsweise auch Hausärzte Rezepte über Faktorzubereitungen ausstellen, die in Apotheken eingelöst werden. Bei der Abgabe in der Apotheke sind besondere Vorgaben zu beachten, zum Beispiel bei der Berechnung der Zuzahlung, der Dokumentation und der Meldung an den Arzt. Zur Lagerung wird oft ein weiterer Kühlschrank benötigt. Betroffene Apotheken haben bereits einen Verband gegründet.

Präparate sind hochpreisig
Die Hämophilie ist eine seltene Krankheit, man geht aktuell von etwa 6.000 betroffenen Patienten in Deutschland aus. Die Rezepte sind meist für einen Drei-Monatsbedarf der Patienten gedacht. Der Umsatz je Patient ist hoch: je nach Art der Hämophilie und Präparat rund 100.000 bis 500.000 Euro pro Jahr.

Die Artikel sind taxpflichtig nach dem Kombimodell, man erhält als Honorar wie bei anderen Rx-Arzneimitteln auch je Abgabe 8,35 Euro und 3,0 Prozent auf den Einkaufspreis. Die Ware ist sowohl beim Großhandel als auch im Direktbezug erhältlich. Wo sich der Einkauf lohnt, sollte abgewogen werden. Zu achten ist auf Kondition und Handelsspannenausgleich (beim Großhandel), Skonto- und Valutagewährung.

Falls der Wareneinkauf innerhalb des Abgabemonats sofort beglichen werden muss, sollte im Hinblick auf entsprechende Umsätze vorsorglich mit dem ARZ über eine mögliche Vorfinanzierung und das dazu erforderliche Prozedere gesprochen werden. Die entsprechenden Zinsen mindern zwar den Stückrohgewinn, zehren ihn aber nicht völlig auf. Der Gesamtrohgewinn je Präparat (inklusive Einkaufsvorteile) ist mit 4,0 bis 8,0 Prozent zwar prozentual gering, aber absolut gesehen wirtschaftlich interessant.

24.09.2020
Jutta Degenhardt

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Apothekerin, Leiterin der Abteilung Betriebswirtschaft
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