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Enorme Umsatzschwankungen in 2020 durch pandemische Sondereffekte

Die Corona-Pandemie hat im Jahr 2020 die wirtschaftlichen Verhältnisse der Apotheken deutlich beeinflusst. Der erste Lockdown im März und die Schutzmasken-Vergütung im Dezember führten zu hohen Umsatzzuwächsen in 2020. Im Folgenden analysieren wir die Basis- und Sondereffekte auf den Umsatz der Apotheken.
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Rahmenfaktoren für Apotheken leicht verändert
Die grundlegenden Vergütungsfaktoren der Apotheken wurden für 2020 nur minimal geändert. Die Notdienstabgabe wurde um 5 Cent und die BTM-Gebühr um 1,35 Euro auf 4,26 Euro erhöht. Ab April gab es neu eine Botendienstvergütung zunächst von 5 Euro und ab Oktober von 2,50 Euro netto. Diese Faktoren führten zu leichten Umsatz- und Ergebnisverbesserungen in Höhe von rund 7000 Euro.

Trends der Vorjahre setzen sich fort
Der Zuwachs bei höherpreisiger Rx-Arzneimitteln hält an. Nach ersten Marktdaten liegt der Anteil der GKV-Hochpreiser nun bei über 40 Prozent des GKV-Umsatzes. Dies entspricht einer Steigerung seit 2004 um 1900 Prozent. Zusammen mit den Privatverordnungen ergibt sich ein Umsatzzuwachs pro Betrieb von rund 136.000 Euro im Jahr 2020.

Auch die Entwicklung der Impfstoffe, insbesondere für den Grippeschutz, war positiv und gab einen durchschnittlichen Umsatzzuwachs nur für dieses Segment von rund 11.500 Euro.

Neben diesen Basisfaktoren ist das Jahr 2020 durch weitere Sondereffekte geprägt.

Sonderfaktor Hämophilie
Aufgrund der gesetzlichen Änderung der Vertriebswege werden seit September 2020 Hämophilie-Präparate über Apotheken abgegeben. Da es in Deutschland regional spezialisierte Behandlungszentren gibt, profitieren nicht alle Apotheken von dieser Entwicklung. Mehrheitlich wurden die Rezepte in spezialisierten Apotheken (geschätzt ca. 300 bis 400) eingelöst und sorgten dort für Umsatzsteigerungen bis zu 400 000 Euro in 2020. Für den Durchschnitt über alle Apotheken errechnet sich in 2020 ein statistischer Zuwachs von 8500 Euro pro Betriebsstätte.

Pandemie führt zu Umsatzsteigerungen
Ab März gab es – bedingt durch behördliche Ausgangsbeschränkungen – Veränderungen im Verordnungs-/Kundenverhalten: Es setzten Bevorratungskäufe ein, die sich zum einen auf Schutzmaßnahmen gegen Corona (Masken, Desinfektionsmittel, Körperpflegeartikel) und zum anderen auf Arzneimittelrezepte (unter anderem mehr N3 Packungen und vorgezogene Verordnungen von höherpreisigen Spezialpräparaten) bezogen. Die Umsätze zogen im März auf eine historisch hohe Marke an, um im weiteren Verlauf der nächsten Monate abzuflauen. Im Dezember lag der Durchschnittsumsatz – bedingt durch die Masken-Vergütungen – noch über dem vom Monat März, so dass am Jahresende eine hohe Steigerung im Handverkauf zu verzeichnen war (+ 9 Prozent). Als Negativ-Effekt für den Umsatz zeigte sich im Verlauf des Jahres, dass weniger Kunden die Apotheken aufsuchten und deutlich weniger OTC-/ Freiwahl-Ware kauften, insbesondere bei Erkältungsmedikamenten. Es kam auch zu größeren Abflüssen von Packungen an Versandapotheken. Im Saldo der Effekte wird sich hier ein Umsatzplus von ca. 37.000 Euro für 2020 ergeben haben.

Fazit und Konsequenzen
Im bundesweiten Treuhand-Durchschnitt legten die Apotheken beim Gesamt-Umsatz über 7 Prozent beziehungsweise um ca. 200.000 Euro zu. Die Durchschnittsapotheke liegt nun bei über 2,8 Mio. Euro. Rund 83 Prozent aller Treuhand-Apotheken konnten Umsatzsteigerungen verzeichnen. Die Gründe sind oben beschrieben. Ein Teil der Umsatzsteigerung geht auch auf Umverteilungseffekte zurück; da die Anzahl der Apotheken in Deutschland um 322 Betriebsstätten zurückging (vorwiegend kleinere Apotheken). Die Umsatzentwicklung war je nach Standort und Apothekentyp recht unterschiedlich. Während vorwiegend wohnortnahe Apotheken deutlich von der Corona-Pandemie profitierten, waren Apotheken in Bahnhöfen, Einkaufszentren und Fußgängerzonen von Ausgangsbeschränkungen betroffen und lagen unter der Durchschnittsentwicklung.

Die nachfolgende Abbildung stellt die monatlichen Schwankungen (gestapelt nach GKV und HV) im Jahr 2020 und für die ersten Monate in 2021 dar.

Aufgrund der vielen Sondereffekte, die sich 2020 und 2021 ergeben und zu hohen Schwankungen geführt haben, werden wir bis auf weiteres keine durchschnittliche Umsatzveränderungen mehr in unseren Publikationen veröffentlichen. Insbesondere die Pandemieeffekte führen zu Verzerrungen in der Darstellung der normalen Umsatzentwicklung.

Für Ihre eigene Apotheke ist es umso wichtiger, Ihre Umsatztrends durch die Betriebsvergleiche (IBV) – auch im Vergleich mit ähnlichen Apotheken (EBV) – genau zu analysieren und im Zusammenspiel mit Ihrem Persönlichen Berater mögliche Maßnahmen zu diskutieren.

24.06.2021
Christian Meyer

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Christian Meyer
Diplom-Ökonom
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