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GKV-Finanzstabilisierungsgesetz bringt Einbußen für Apotheker und Ärzte

Am 20. Oktober 2022 wurde das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz von der Bundesregierung beschlossen. Welche Einbußen das Spargesetz für Apotheker sowie Ärzte mit sich bringt, erläutern wir Ihnen in diesem Artikel.

Das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz aus dem Bundesgesundheitsministerium wurde von der Ampelkoalition beschlossen. Die Erhöhung des Kassenabschlages wurde beschlossen. Die Neupatientenregelung für die Ärzte fällt weg.. Wir erklären, welche Einbußen das Spargesetz dadurch genau mit sich bringt.

Erhöhter Kassenabschlag trotz Protesten der Apotheker

Trotz Protesten der Apothekerschaft waren Änderungen bei der geplanten Erhöhung des Kassenabschlags auch kurz vor der Verabschiedung des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes nicht in Sicht. Vier Apothekerverbände riefen deshalb dazu auf, die Apotheken am 19. Oktober 2022 nachmittags geschlossen zu halten. Die Aktion fand in Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein und im Saarland statt. In Brandenburg und im Saarland schätzt man die Beteiligung an der Aktion auf circa 90 Prozent der Apotheken.

ABDA-Vizepräsident Mathias Arnold wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass durch die Delegation von immer mehr Aufgaben an die Apotheken die Personalkosten stiegen und die Apotheken durch die Umsetzung der Rabattverträge den Krankenkassen bereits jährliche Einsparungen von 5,1 Milliarden Euro verschaffen würden. Für Honorarkürzungen von 1,77 Euro auf 2,00 Euro pro Rx-Packung Kassenabschlag zeigte er vor diesem Hintergrund kein Verständnis. Welche Auswirkungen dies genau für die Apotheken hat, zeigt folgende Grafik.

Kassenabschlagserhöhung auf zwei Euro: Auswirkungen für GKV, Apotheke und Fiskus

Die Kassenabschlagserhöhung für Apotheken beträgt pro GKV-Rx-Packung 0,19 Euro. Damit lässt sich die individuelle Belastung durch simple Multiplikation der abgegebenen Packungszahl mit der Netto-Abschlagserhöhung von 0,19 Euro ermitteln.

Weniger Vergütung durch GKV-Finanzstabilisierungsgesetz für Ärzte

Für die niedergelassenen Ärzte dagegen ist nach Protesten eine Kompensation für den Wegfall der Neupatientenvergütung vorgesehen. Haus- und Fachärzte sollen für Neupatientenextrabudgetäre Zuschläge zur Versichertenpauschale bekommen, sofern diese durch die Terminservicestellen vermittelt wurden. Die Zuschläge werden in ihrer Höhe danach gestaffelt, wie schnell die Behandlung nach der Vermittlung durch die Terminservicestellen beginnt. Bei Akutfällen, die am nächsten Kalendertag behandelt werden, wird ein Zuschlag von 200 Prozent gezahlt. Bei einem Behandlungsbeginn 35 Tage nach der Vermittlung können immerhin noch 40 Prozent zugeschlagen werden. Für die Vermittlung eines Termins von einem Hausarzt zu einem Facharzt wird die Vergütung von 10 Euro auf 15 Euro erhöht. Neu ist die Einführung von Zuschlägen für Facharztfälle bei der Vermittlung durch den Hausarzt. Die Zuschläge orientieren sich hier ebenfalls an den Fristen und Prozentsätzen wie bei der Vermittlung durch die Terminservicestellen.

Saldiert werden für die Ärzte die extrabudgetären Vergütungen verringert, da es nur noch zusätzliche Vergütungen für durch Hausärzte sowie Terminservicestellen vermittelte Neupatienten geben wird. Patienten, die den Facharzt direkt aufsuchen, lösen kein Extrahonorar mehr aus. Dies stößt bei der Ärzteschaft auf Unverständnis, da Neupatienten für eine Praxis grundsätzlich einen höheren Aufwand bedeuten, ob sie nun vermittelt wurden oder direkt einen Termin vereinbart haben. Welche finanziellen Einbußen dies für die einzelnen Praxen bedeutet, kann noch nicht abschließend beziffert werden, da das Zentralinstitut für kassenärztliche Versorgung (ZI) noch keine aktuellen Zahlen veröffentlicht hat.

Quellen: DAZ.online; Zentralinstitut der KBV; ABDA

26.10.2022
Alexander Ullrich

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Diplom-Ökonom
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