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Gutscheine – neue steuerliche Regeln ab 2019

Gutscheine werden gern zur Kundengewinnung genutzt und gehören auch zu Anlässen wie Geburtstagen, Weihnachten und so weiter oftmals dazu. Zum 1. Januar 2019 wurden mit der Umsetzung des europäischen Rechts einige Änderungen bei der steuerlichen Behandlung von Gutscheinen eingeführt.
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Künftig unterscheidet das Umsatzsteuergesetz zwischen sogenannten »Einzweck-Gutscheinen« und »Mehrzweck-Gutscheinen«. Die Unterscheidung hat Auswirkung auf den Zeitpunkt der Entstehung der Umsatzsteuer.

Ein »Einzweck-Gutschein« liegt vor, wenn im Zeitpunkt der Ausstellung des Gutscheins feststeht, wo der Gegenstand geliefert oder die Dienstleistung erbracht werden soll und welcher Umsatzsteuersatz (19 Prozent oder 7 Prozent) Anwendung findet. Die Ausgabe des »Einzweck-Gutscheins« gilt bereits als Lieferung des Gegenstands beziehungsweise Erbringung der Dienstleistung. Daher entsteht bereits mit Ausgabe des Gutscheins die Umsatzsteuer. Dabei ist es ausreichend, dass der Ort beispielsweise in Deutschland liegt. Da auch der anzuwendende Steuersatz bekannt sein muss, darf das »Einlöse-Sortiment« nur entweder dem Regelsteuersatz von 19 Prozent oder dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent unterliegen.

»Mehrzweck-Gutscheine« sind alle anderen Gutscheine, die eben nicht die Voraussetzungen eines »Einzweck-Gutscheins« erfüllen. Insbesondere liegt dann ein »Mehrzweck-Gutschein« vor, wenn noch nicht klar ist, ob die Ware oder Dienstleistung dem Steuersatz von 19 Prozent oder 7 Prozent unterliegt. Bei einem »Mehrzweck-Gutschein« entsteht die Umsatzsteuer grundsätzlich erst mit Einlösung des Gutscheins. 

Was bedeutet die Neuregelung für die Praxis?
Haben Sie ein Sortiment, das Produkte oder Dienstleitungen umfasst, die sowohl dem Regelsteuersatz (19 Prozent) als auch dem ermäßigten Steuersatz (7 Prozent) unterliegen, steht bei Ausstellung des Gutscheins der anzuwendende Steuersatz noch nicht fest. In diesen Fällen liegt immer ein »Mehrzweck-Gutschein« vor und die Umsatzsteuer entsteht erst bei Einlösung des Gutscheins.

Sofern der Gutschein bereits auf den Erwerb einer bestimmten Ware, Warengruppe oder Dienstleistung gerichtet ist, würde ein »Einzweck-Gutschein« vorliegen und die Umsatzsteuer sofort fällig werden. Wird der Gutschein später nicht eingelöst, kann hinsichtlich der Umsatzsteuer eine Berichtigung nur vorgenommen werden, wenn der Wert des Gutscheins an den Kunden zurückgezahlt wird. 

Sofern Ihr Kassen- oder Warenwirtschaftssystem keine Verwaltung von Gutscheinen vorsieht, müssen Sie Ausgabe und Einlösung der Gutscheine manuell in nachvollziehbarer Form dokumentieren und aufbewahren. Haben Sie Fragen dazu? Ihr persönlicher Berater hilft gerne weiter!

01.04.2019
Katja Adam

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Katja Adam
Steuerberaterin
Telefon: 0511 83390 -244
Fax: 0511 83390 -475
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