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Jahressteuergesetz 2020: Steuerliche Änderungen im neuen Jahr

Am 18. Dezember 2020 hat der Bundesrat dem Jahressteuergesetz 2020 zugestimmt. Durch die gesetzlichen Änderungen sollen vor allem Familien entlastet werden.
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Kindergeld, Kinderfreibeträge und die Pendlerpauschale wurden angehoben. Für die Mehrheit der Bürger entfällt der Solidaritätszuschlag. Zusätzlich wurde eine Home Office-Pauschale eingeführt.  Wir erläutern Ihnen die wichtigsten Änderungen in unserem Überblick.

Abbau des Solidaritätszuschlags
Wie im Koalitionsvertrag zugesagt, fällt der Solidaritätszuschlag ab Januar 2021 für rund 90 Prozent der Steuerpflichtigen vollständig weg. Für weitere 6,5 Prozent entfällt der Zuschlag teilweise. Somit werden ab Januar 2021 im Ergebnis rund 96,5 Prozent der Steuerpflichtigen finanziell bessergestellt. Konkret fällt der Solidaritätszuschlag für diejenigen weg, bei denen die zu zahlende Lohn- oder Einkommensteuer bei maximal 16.956 Euro (bei Einzelveranlagung) beziehungsweise maximal 33.912 Euro (bei Zusammenveranlagung) liegt. Werden diese Grenzen überschritten, setzt eine sogenannte Milderungszone ein, in der der Solidaritätszuschlag nicht in voller Höhe, sondern schrittweise an den vollen Satz von 5,5 Prozent herangeführt wird. Bei einem zu versteuernden Einkommen von 96.820 Euro (Einzelveranlagung) beziehungsweise 193.641 Euro (Zusammenveranlagung) wird der Solidaritätszuschlag in voller Höhe mit 5,5 Prozent erhoben.

Für steuerpflichtige Kapitalerträge ändert sich jedoch nichts. Sollte ein Bürger steuerpflichtige Kapitalerträge von mehr als 801 Euro erzielen, ist die kapitalauszuzahlende Stelle verpflichtet, zusätzlich zur einbehaltenen Kapitalertragsteuer auch den Solidaritätszuschlag einzubehalten.

Grundfreibetrag
Der Grundfreibetrag wurde um 366 Euro erhöht und liegt somit nunmehr bei 9.744 Euro. Dies ist die Einkommensgrenze, auf welche keine Einkommensteuer erhoben wird.

Kindergeld, Kinderfreibetrag
Eltern erhalten für Kinder ab Januar 2021 je Kind 15 Euro mehr Kindergeld. So liegt das Kindergeld bei dem ersten und zweiten Kind bei 219 Euro, für das dritte bei 225 Euro und für jedes weitere Kind bei 250 Euro monatlich. Der Kinderfreibetrag wurde um 144 Euro auf 2.730 Euro je Elternteil erhöht. Auch der Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf des Kindes hat sich um 144 Euro auf 1.464 Euro je Elternteil erhöht.

Alleinerziehende
Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wurde für die Jahre ab 2020 mit der Anhebung auf 4.008 Euro mehr als verdoppelt, um ein Zeichen für die besondere Situation von Alleinerziehenden zu setzen und diese steuerlich zu entlasten.

Pendlerpauschale
Für »Vielfahrer« – Bürger, die einen Fahrtweg zur Arbeit von mehr als 21 Kilometer haben –  erhöht sich die Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer auf 35 Cent je ganzen Kilometer. Für die ersten 20 Kilometer gelten weiterhin 30 Cent je Kilometer ab Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte.

Corona-Sonderzahlungen
Die Auszahlungsfrist der steuerfreien Corona-Sonderzahlungen wurde bis zum 30. Juni 2021 verlängert. So können Arbeitgeber bis zu 1.500 Euro an ihre Arbeitnehmer steuerfrei auszahlen, sofern dies zusätzlich zum Arbeitslohn und aufgrund der Pandemie erfolgt.

Sachbezüge vom Arbeitgeber
Die Sachbezugsgrenze wird ab dem 1. Januar 2022 von bisher 44 Euro auf 50 Euro erhöht.

Home Office-Pauschale
Aufgrund der besonderen Arbeitsbedingungen während der Corona-Pandemie hat der Gesetzgeber die Home Office-Pauschale ab dem 1. Januar 2020 eingeführt. Demnach können Steuerpflichtige, die kein häusliches Arbeitszimmer haben, für jeden Kalendertag, an dem sie ihrer Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung nachgegangen sind, 5 Euro, höchstens jedoch 600 Euro jährlich, als Betriebsausgaben beziehungsweise Werbungskosten geltend machen. Für Arbeitnehmer ist einschränkend festzuhalten, dass die Home Office-Pauschale in der allgemeinen Werbungskostenpauschale von 1.000 EUR im Jahr aufgeht. Ein Steuervorteil lässt sich daher nur erzielen, wenn noch weitere Werbungskosten geltend gemacht werden können. Im Gegenzug dürfte Arbeitnehmern der Nachweis der Voraussetzungen leichter fallen als Selbstständigen. Arbeitnehmer sollten in jedem Fall eine Arbeitgeberbestätigung einholen.

Verbilligte Vermietung
Aufgrund des Umstands der vielerorts steigenden Mieten und des hohen Mietniveaus in Deutschland, sollen Vermieter ihre Werbungskosten auch bei einer sehr günstigen Vermietung vollumfänglich geltend machen können. Die gilt, wenn die Miete mindestens 50 Prozent der ortsüblichen Miete beträgt. Jedoch hat der Vermieter der Finanzverwaltung seine Einkünfteerzielungsabsicht durch eine sogenannte Totalüberschussprognose darzulegen, wenn das Mietentgelt zwischen 50 und 66 Prozent der ortsüblichen Miete beträgt. Wenn die Prognose positiv ausfällt, werden die Werbungskosten aus diesem Mietverhältnis nicht gekürzt.

Vereine und Ehrenamt
Vereine und die Tätigkeit von Ehrenamtlichen werden durch folgende Regelungen gestärkt:

  • Erhöhung des Überleitungsfreibetrags von 2.400 Euro auf 3.000 Euro,
  • Erhöhung der Ehrenamtspauschale von 720 Euro auf 840 Euro,
  • vereinfachter Spendennachweis bis zu einem Betrag von 300 Euro
  • die Einnahmegrenze zum wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb für gemeinnützige Organisationen wird auf 45.000 Euro erhöht,
  • die Pflicht zur zeitnahen Mittelverwendung für kleine Körperschaften wird abgeschafft und die Mittelweitergabe unter gemeinnützigen Organisationen rechtssicher ausgestaltet sowie
  • die Zwecke »Klimaschutz«, »Freifunk« und »Ortsverschönerung« werden als gemeinnützig eingestuft.

Das zentrale Zuwendungsempfängerregister beim Bundeszentralamt für Steuern schafft zukünftig Transparenz in der Gemeinnützigkeit. Damit werden Informationen darüber, wer sich wo für welche Zwecke einsetzt, öffentlich zugänglich. Es können sich sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Unternehmen gezielt, strukturiert und verlässlich informieren, bevor sie spenden. Gleichzeitig ist das zentrale Register ein Kernelement für die Digitalisierung der Spendenquittung.

19.01.2021
Waldemar Krause

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