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Kindergeld bei mehraktiger Berufsausbildung

Der Anspruch auf Kindergeld besteht nur, wenn sich das Kind in der sogenannten Erstausbildung befindet. Liegen mehrere verschiedene Ausbildungsabschnitte vor, ist es teilweise schwierig zu bestimmen, ob eine Erst- oder eine Zweitausbildung vorliegt. Können zwei Ausbildungsabschnitte als eine einheitliche Erstausbildung gewertet werden, wird das Kindergeld für den gesamten Zeitraum gewährt. Diese Abgrenzungsfrage hat in den letzten Jahren auch die Rechtsprechung stark beschäftigt.
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In einem Urteil aus Januar 2020 hat der Bundesfinanzhof (BFH) nun entschieden, dass eine einheitliche Erstausbildung nicht anzunehmen ist, wenn ein Kind nach Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung eine Ausbildung zum Fachwirt und anschließend ein Studium aufnimmt, welche jeweils eine vor Beginn des Ausbildungsganges absolvierte Zeit der Berufstätigkeit voraussetzen.

In dem Urteilsfall hatte die Tochter des Klägers eine Ausbildung zur Bankkauffrau erfolgreich abgeschlossen. Schon während der Ausbildungszeit strebte sie weitere, anschließende Fortbildungen an. Ein Jahr nach Abschluss der Ausbildung begann sie die Fortbildung zur Sparkassenfachwirtin. Nach Absolvierung der Fachwirtausbildung studierte sie BWL. Beide Fortbildungen erforderten eine vorherige Berufstätigkeit. Während der gesamten Fortbildungszeit arbeitete sie Vollzeit. Fraglich war, ob die Ausbildung zu einer Erstausbildung zusammenzufassen ist und somit der Anspruch auf Kindergeld besteht.

Nach Auffassung der Münchener Richter muss zwischen den Ausbildungsabschnitten ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang bestehen. Es liegt allerdings keine einheitliche Ausbildung vor, wenn das Kind nach der ersten Ausbildung eine Erwerbstätigkeit aufnimmt und die weiteren Ausbildungsmaßnahmen nur der Weiterbildung oder dem Aufstieg in dem bereits aufgenommenen Berufszweig dienen. Der »zweite Ausbildungsabschnitt« ist dann als Nebensache zur Erwerbstätigkeit (= Fortbildung) anzusehen. Unschädlich ist es, wenn eine Berufstätigkeit zwischen Ausbildungsabschnitten nur der zeitlichen Überbrückung dient, die Tätigkeit auch ohne Abschluss möglich ist bzw. ihre wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden beträgt. Ferner darf der zweite Ausbildungsabschnitt keine berufsspezifische Tätigkeit voraussetzen.

Da hier die Tochter weiterhin nebenbei einer qualifizierten Beschäftigung nachging und die Fortbildungsmaßnahmen eine berufsspezifische Tätigkeit voraussetzten, lag keine einheitliche Erstausbildung vor. Ein Anspruch auf Kindergeld bestand daher nicht für den gesamten Zeitraum. Da es sich bei der Fachwirtausbildung und dem Studium um eine Zweitausbildung handelt, können die Ausbildungskosten als Werbungskosten immerhin in der Steuererklärung des Kindes angesetzt werden.

21.08.2020
Sarah Brüning

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