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Neue Voraussetzungen der Finanzverwaltung für die doppelte Haushaltsführung

Arbeitnehmer, die beruflich bedingt außerhalb des Ortes ihrer ersten Tätigkeitsstätte einen eigenen Haushalt unterhalten (Hauptwohnung) und auch am Ort der ersten Tätigkeitsstätte wohnen (Zweitwohnung), können ihre Aufwendungen für die doppelte Haushaltsführung steuerlich geltend machen. Das ist nicht neu. Neu sind hingegen die Anforderungen, die die Finanzverwaltung seit dem 25. November 2020 an die Lage der Haupt- und der Zweitwohnung stellt.
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Damit die Aufwendungen steuerlich anerkannt werden, sind nunmehr die folgenden Voraussetzungen der Finanzverwaltung zu erfüllen:

Lage der Hauptwohnung
Erste Voraussetzung ist, dass die Entfernung der ersten Tätigkeitsstätte zur Hauptwohnung so groß ist, dass der Arbeitnehmer die erste Tätigkeitsstätte nicht täglich von seiner Hauptwohnung in zumutbarer Zeit erreichen kann. Als zumutbare Zeit gilt eine Fahrzeit von bis zu einer Stunde je einfacher Strecke unter Zugrundelegung individueller Verkehrsverbindungen und Wegezeiten.

Als Vereinfachungsregelung dazu gilt, dass eine doppelte Haushaltsführung angenommen werden kann, wenn die Entfernung der kürzesten Straßenverbindung zwischen Hauptwohnung und dem Ort der ersten Tätigkeitsstätte mehr als 50 km beträgt.

Lage der Zweitwohnung
Häufig befindet sich die Zweitwohnung oder -unterkunft nicht direkt am Ort der ersten Tätigkeitsstätte. Als zweite Voraussetzung gilt entsprechend entgegengesetzt zur ersten Voraussetzung, dass die Zweitwohnung zumindest in der Nähe der ersten Tätigkeitsstätte liegen muss. Die Lage der Zweitwohnung wird aus Vereinfachungsgründen als in der Nähe der ersten Tätigkeitsstätte angenommen, wenn die Entfernung der kürzesten Straßenverbindung zwischen ihnen nicht mehr als 50 km beträgt.

Ist die Entfernung größer als 50 Kilometer, kann eine doppelte Haushaltsführung trotzdem noch anerkannt werden, wenn die erste Tätigkeitsstätte von der Zweitwohnung täglich in zumutbarer Zeit erreicht werden kann. Hierbei gilt wieder eine Fahrzeit von bis zu einer Stunde je einfacher Strecke unter Zugrundelegung individueller Verkehrsverbindungen und Wegezeiten als zumutbar.

Berufliche Veranlassung
Unveränderte Voraussetzung der Finanzverwaltung ist, dass das Beziehen der Zweitwohnung beruflich veranlasst sein muss. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, wann eine berufliche Veranlassung angenommen wird.

Zum einen gilt die Begründung des zweiten Haushaltes als beruflich veranlasst, wenn sich durch die Zweitwohnung im Verhältnis zur Erstwohnung die Fahrzeit zur ersten Tätigkeitsstätte für die einfache Strecke halbiert. Zum anderen kann eine berufliche Veranlassung vorliegen, wenn die Entfernung der kürzesten Straßenverbindung zwischen Zweitwohnung und erster Tätigkeitsstrecke weniger als die Hälfte der kürzesten Straßenverbindung zwischen Erstwohnung und erster Tätigkeitsstätte beträgt.

Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, kann die berufliche Veranlassung auch auf andere Weise anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls dargelegt werden.

Diese erhöhten Anforderungen gelten ab sofort. Sollten Sie in den bisherigen Steuererklärungen Aufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung geltend gemacht haben, die die neuen Voraussetzungen der Finanzverwaltung nicht erfüllen, ist nicht mehr sichergestellt, dass das Finanzamt auch in Zukunft die Aufwendungen anerkennt.

17.05.2021

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Laura Zeitzmann
Steuerberatungsassistentin
Telefon: 0511 83390 -203
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