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Spahns Reform der Arzneimittelversorgung: Mehr Honorar für Vor-Ort-Apotheken, aber kein Versandverbot

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat bei der ABDA-Mitgliederversammlung am 11. Dezember Eckpunkte für eine Reform der Arzneimittelversorgung vorgestellt.
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Demnach sollen die Honorare der Apotheken um rund 375 Millionen Euro steigen, ein RX-Versandverbot wird es allerdings nicht geben.

Die Apotheken erhofften sich vom Minister Klarheit über das im Koalitionsvertrag formulierte RX-Versandverbot. Doch nach Ansicht von Spahn berge ein Verbot europa- und verfassungsrechtliche Probleme, außerdem sehe er dafür keine politischen Mehrheiten. Um dennoch auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes einzugehen, der ausländische Versender von der deutschen Preisbindung für Rx-Arzneimittel befreit und damit Boni auf RX erlaubt hatte, schlägt Spahn andere Schritte vor.

Die RX-Boni ausländischer Apotheken sollen auf 2,50 Euro je abgegebener Packung begrenzt werden.

Übersteigt der Marktanteil des ausländischen Versandhandels 5 Prozent, soll die Möglichkeiten zur Boni-Gewährung überprüft und reduziert werden.

Gleichzeitig formuliert Spahn Maßnahmen, um die Vor-Ort Apotheke im Wettbewerb mit Versandapotheken zu stärken. Krankenkassen soll verboten werden, Einzelverträge mit abweichenden Preisen zu schließen und Versicherte bei Bezug im Ausland zu begünstigen. Das „Makeln“ von elektronischen Verschreibungen soll untersagt werden. Außerdem will der Minister die Regeln zum Apotheken-Botendienst so schärfen, dass dieser als Alternative zum Versandhandel „ausgebaut“ werden kann.

Als weiteren Bestandteil seines Reformpakets will Spahn Leistungen, die die Vor-Ort-Apotheken anbieten, besser vergüten:

  • Die Notdienstpauschale soll auf 32 Cent je Rx-Fertigarzneimittel verdoppelt werden. Je geleistetem Vollnotdienst erhielte eine Apotheke dann rund 550 EUR.
  • Die BtM-Vergütung soll insgesamt um 15 Millionen Euro erhöht werden, um dem Dokumentationsaufwand Rechnung zu tragen. Dies wäre pro BtM-Abgabe rund 1,25 Euro mehr.
  • 240 Millionen Euro sollen die Apotheken als Honorar erhalten, wenn Sie mit den Kassen Vereinbarungen über zusätzliche pharmazeutische Dienstleistungen treffen. 

Auf diese Weise würden 375 Millionen Zusatzhonorar zusammenkommen. Die Apotheker werden sich am 17. Januar auf einer weiteren Mitgliederversammlung zu den Vorschlägen positionieren. Ende Januar könnte es die ersten Gesetzesentwürfe geben.

17.12.2018
Guido Michels - Treuhand Hannover

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Diplom-Ökonom
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