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Sponsoringaufwendungen im Steuerrecht

Eine Möglichkeit sich für die Gesellschaft zu engagieren ist die Spende als einseitige, materielle Unterstützungsleistung. Eine weitere Möglichkeit bietet das Sponsoring. Beim Sponsoring wird ein Vertrag zwischen dem Sponsor und dem Gesponserten geschlossen, in dem die gegenseitigen Leistungen vereinbart sind. Die Abzugsfähigkeit der Aufwendungen ist abhängig von der Ausgestaltung des Vertrags.
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Begriff und Bereiche des Sponsorings
Der Begriff Sponsoring umfasst im Steuerrecht die Gewährung von Geld oder geldwerten Vorteilen durch Unternehmen zur Förderung von Personen oder Organisationen in sportlichen, kulturellen, kirchlichen, wissenschaftlichen, sozialen, ökologischen oder ähnlich bedeutsamen gesellschaftspolitischen Bereichen. Im Gegenzug für die Förderung verspricht sich der Sponsor Werbung und öffentliche Präsenz für sein Unternehmen. Art und Umfang der Leistungen zwischen dem Sponsor und dem Gesponserten werden in Sponsoringverträgen festgehalten.

Betriebliche Veranlassung
Im Fokus bei der Berücksichtigung von Sponsoringaufwendungen als Betriebsausgaben stehen diese öffentlichkeitswirksamen Werbeleistungen des Gesponserten. Damit die Aufwendungen abzugsfähig sind, muss ein Zusammenhang zwischen dem Sponsor und dem Gesponserten hergestellt werden, indem der Sponsor wirtschaftliche Vorteile in Form einer Erhöhung seines unternehmerischen Ansehens oder Werbung für seine Produkte erlangen kann.

Dies erfolgt beispielsweise durch Darstellung des Sponsors auf Plakaten, Veranstaltungshinweisen oder auf Gegenständen sowie durch Berichterstattung in Zeitungen, Rundfunk oder Fernsehen. Insbesondere beim Sportsponsoring umfasst dies die Darstellung des Namens, der Produkte und des Logos des Sponsors auf jede erdenkliche Art, beispielsweise Werbung auf Banden, Sportkleidung, Programmheften, Eintrittskarten, Plakaten oder im Fernsehen.

Reichen die vertraglich zugesicherten Werbemaßnahmen nicht aus, um das Ansehen des Sponsors zu steigern, werden die Aufwendungen in einer Prüfung vom Finanzamt möglicherweise nicht anerkannt.

Besonderheit: VIP-Maßnahmen
Beim Sportsponsoring erhalten die Sponsoren als Gegenleistung häufig über die üblichen Werbeleistungen hinaus Eintrittskarten für die Sportstätte. Beliebt sind beispielsweise die Dauerkarten mit Logenplätzen des ansässigen Bundesliga-Fußballvereins. Dabei wird neben dem Besuch der Sportveranstaltungen auch die Möglichkeit der Bewirtung gegeben. Sind mehrere Karten erworben worden, können Geschäftsfreunde und Mitarbeiter zu dem Event eingeladen werden.

Sämtliche Leistungen sind dabei oft in einem Gesamtpaket vereinbart worden, sodass es unmöglich ist die Aufwendungen direkt in Eintrittskosten, Bewirtungskosten, Geschenke an Dritte oder Werbung aufzuteilen. Für diese Fälle hat die Finanzverwaltung zwei Vereinfachungsregelungen für den Betriebsausgabenabzug veröffentlicht. Nach ihnen wird zwischen VIP-Logen und Business Seats unterschieden.

VIP-Logen oder Business Seats
Sind genügend Werbemaßnahmen im Vertrag zugesichert, handelt es sich nach Ansicht der Finanzverwaltung um eine VIP-Loge. Die Werbeleistungen betragen dann 40 Prozent der Gesamtaufwendungen, welche in voller Höhe Betriebsausgaben sind, die Ihren Gewinn mindern. Die restlichen 60 Prozent werden hälftig auf Bewirtungskosten und Geschenke an Arbeitnehmer und Geschäftsfreunde aufgeteilt, welche nur anteilig Betriebsausgaben darstellen.

Sind nur unzureichende Werbemaßnahmen im Sponsoringvertrag vereinbart, versagt das Finanzamt jeglichen Abzug von Werbeaufwand. Die Aufwendungen werden als solche für Business Seats eingestuft. Der in voller Höhe gewinnmindernde Werbeanteil entfällt und der Gesamtaufwand des Sponsorings teilt sich zu jeweils 50 Prozent in Bewirtungsaufwand und in Geschenke an Arbeitnehmer und Geschäftsfreunde auf.

Praxis-Tipp
Lassen Sie bestehende Sponsoringverträge, insbesondere die vereinbarten Werbeleistungen, von Ihrem persönlichen Berater auf den Betriebsausgabenabzug prüfen bevor in Betriebsprüfungen eine böse Überraschung ansteht. Ihr persönlicher Berater steht Ihnen auch gerne während der Ausgestaltung des Vertrags beratend zur Seite.

19.03.2021

Kontakt

Haben Sie Fragen oder wünschen Sie weitere Informationen?

Laura Zeitzmann
Steuerberatungsassistentin
Telefon: 0511 83390 -203
Fax: 0511 83390 -475
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