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Steuerliche Voraussetzungen für Spenden

Das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Juli 2021 macht betroffen und mobilisiert die Spendenbereitschaft deutschlandweit. Es müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein, damit sich die Spende auch steuerlich beim Spender auswirken kann.

Art der Spende
Steuerlich abzugsfähig sind Geldspenden, Sachspenden und Aufwandsspenden für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke. »Sachspende« bedeutet die Zuwendung von Gegenständen. Unter »Aufwandsspenden« wird verstanden, wenn auf eine Vergütung verzichtet wird, damit diese unter den übrigen dargestellten Voraussetzungen gespendet werden kann. Steuerlich nicht abzugsfähig sind somit Nutzungen und Leistungen, die man Betroffenen zukommen lässt, beispielsweise die Überlassung einer Wohnung oder das unentgeltliche Helfen im Katastrophengebiet.

Zuwendungsempfänger
Werden Betroffene direkt von Bekannten finanziell unterstützt, können diese Unterstützungsleistungen nicht als Spende in der Steuererklärung berücksichtigt werden. Begünstigt sind nur Spenden an folgende Zuwendungsempfänger:

  • Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen mit Sitz in der EU (zum Beispiel Vereine, Stiftungen und GmbH), die gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen
  • Öffentliche Dienststellen (zum Beispiel Schulen, Universitäten, Feuerwehren)
  • Juristische Personen des öffentlichen Rechts (zum Beispiel Bund, Lander, Gemeinden, Handwerkskammern)

Bei ausländischen Zuwendungsempfängern sind allerdings besondere, in der Praxis nur schwer zu erhaltende Nachweise zu führen, dass diese einen steuerbegünstigten Zweck verfolgen.

In Katastrophenfällen, wie diesem, ist es ausnahmsweise auch gestattet, an Spendensammelaktionen von Vereinen teilzunehmen, die üblicherweise nicht den Zweck haben, Hochwasserbetroffenen zu helfen (zum Beispiel Musik- oder Sportvereine). Diese müssen in der Zuwendungsbestätigung an den Spender auf die Sonderaktion verweisen und sind verpflichtet, die eingesammelten Spenden an eine der zuvor aufgezählten Organisationen weiterzuleiten.

Zuwendungsbestätigung
Üblicherweise muss für jede Geldspende, die einen Betrag von 300 Euro übersteigt, eine Zuwendungsbestätigung nach dem amtlich vorgeschriebenen Vordruck ausgestellt werden. Für die Spenden in Katastrophenfällen gibt es jedoch eine Erleichterung. Hier genügt ein vereinfachter Zahlungsnachweis, das heißt ein Barzahlungsbeleg oder eine Buchung des Kreditinstituts, welche die Zahlung und den Zahlungsempfänger mit Hinweis auf die Katastrophe bestätigt.

Bewertung von Spenden
Auf der Zuwendungsbestätigung wird der gespendete Betrag bescheinigt. Bei einer Geldspende liegt der Wert auf der Hand. Bei einer Sachspende muss der Wert zunächst ermittelt werden. Ob der gespendete Gegenstand aus einem Betriebsvermögen entnommen wurde oder aus dem – gegebenenfalls steuerbehafteten – Privatvermögen stammt, ist ausschlaggebend dafür, ob die Sachspende mit dem Buchwert, Teilwert oder gemeinen Wert anzusetzen ist. Für die Beurteilung steht Ihnen gerne Ihr persönlicher Berater zur Seite.

Umsatzsteuer auf Sachspenden
Stammt der gespendete Gegenstand aus dem Betriebsvermögen und unterlag bei Anschaffung oder Herstellung dem Vorsteuerabzug, dann führt die Spende grundsätzlich zu einer umsatzsteuerpflichtigen Entnahme. Zur Unterstützung der von der Hochwasserkatastrophe Betroffenen sind Sachspenden dieses Anlasses bis zum 31. Oktober 2021 von der Umsatzsteuer befreit. Eine ähnliche Regelung wurde bereits für Einzelhändler beschlossen, die von der Corona-Pandemie wirtschaftlich betroffen sind. Spenden diese zum Beispiel Ware, die sie aufgrund der Lockdowns nicht verkaufen konnten, ist die Sachspende bis zum 31. Dezember 2021 ebenfalls umsatzsteuerfrei.

Eine grundsätzliche Steuerfreiheit wird seit neuestem für Sachspenden von verderblicher Frischware oder Ware gewährt, die bereits kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums steht. Eine Minderung der Umsatzsteuer – keine gänzliche Befreiung – kommt hingegen in Frage, wenn zum Beispiel Ware aus der Vorsaison gespendet wird. Eine Sachspende von Waren, die lediglich leichte Verpackungsschäden oder Anprobespuren aufweisen, unterliegt weiterhin der vollen Umsatzsteuer, da die Ware noch voll verkehrsfähig ist. Die Regelungen zu (teilweisen) Umsatzsteuererleichterungen von Sachspenden sind zu begrüßen, aber gerade in den letztgenannten Fällen ist es leider häufig noch immer günstiger, die Ware verschrotten zu lassen, als sie umsatzsteuerpflichtig zu spenden. Zusätzlich gehen die Steuererleichterungen mit einem hohen Dokumentationsaufwand einher, damit nachgewiesen werden kann, dass die Verkehrsfähigkeit der Ware zum Zeitpunkt der Spende tatsächlich vermindert war.

09.08.2021

Kontakt

Haben Sie Fragen oder wünschen Sie weitere Informationen?

Laura Zeitzmann
Steuerberatungsassistentin
Telefon: 0511 83390 -203
Fax: 0511 83390 -475
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