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Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz: Unterstützung der Geschädigten durch steuerliche Maßnahmen

Durch die Unwetter Mitte Juli 2021 und die damit verbundenen Überschwemmungen (Hochwasser) sind in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz beträchtliche Schäden entstanden. Die Beseitigung dieser Schäden wird bei vielen Steuer­pflichtigen zu erheblichen finanziellen Belastungen führen.

Zur Unterstützung der Opfer dieser Katastrophe haben die Ministerien der Finanzen der Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz und Bayern Erleichterungen bekannt gegeben. Sie gelten bis zum 31. Oktober 2021.

Zu den wichtigsten Möglichkeiten für Steuererleichterungen gehören die Anpassung der

Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer, die Stundung fälliger Steuern des Bundes und des Landes bis zum 31. Oktober 2021 sowie der Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge.

Im Rahmen der gesetzlichen Regelungen können Betroffene beispielsweise notwendige Aufwendungen für die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung sowie für die Beseitigung von Schäden an der eigengenutzten Wohnung im eigenen Haus als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Arbeitnehmer können die als außergewöhnliche Belastungen abziehbaren Aufwendungen auch schon im Rahmen des Lohnsteuerabzugs als einen vom Arbeitslohn abzuziehenden Freibetrag berücksichtigen lassen.

Für Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetriebe, Vermietung und Verpachtung sowie selbständige Arbeit verschaffen die Bildung steuerfreier Rücklagen und Abschreibungserleichterungen bei Ersatzbeschaffung unbürokratische Hilfe. Sind unmittelbar durch das Hochwasser Buchführungsunterlagen und sonstige Aufzeichnungen vernichtet worden oder verloren gegangen, sind hieraus steuerlich keine nachteiligen Folgerungen zu ziehen. Auch eine Stundung oder ein Erlass der Grund- oder Gewerbesteuer ist möglich.

Darüber hinaus wird bei steuerlichen Nachweispflichten großzügig verfahren. Dies gilt auch für Spendennachweise. So genügt für den Nachweis der Zuwendungen der Barzahlungsbeleg, die Buchungsbestätigung des Kreditinstituts oder der PC-Ausdruck bei Online-Banking.

Bund und Länder haben über diese Regelungen hinaus noch weitere steuerliche Erleichterungen angekündigt. So soll es unter anderem geringere Nachweispflichten bei der Prüfung der wirtschaftlichen Hilfsbedürftigkeit geben. Bereits beschlossen wurde, dass auf Antrag die Herabsetzung der Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung 2021 auf null Euro möglich ist. Außerdem erfahren auch die helfenden Steuerpflichtigen aus allen Bundesländern Erleichterungen, indem die unentgeltliche Wohnungsüberlassung an Betroffene bis 31. Dezember 2021 und Sachspenden sowie die unentgeltliche Überlassung von Geräten oder Personal beispielsweise für Aufräumarbeiten bis 31. Oktober 2021 keiner Umsatzsteuer unterliegen werden.

Betroffenen wird empfohlen, sich wegen möglicher steuerlicher Hilfsmaßnahmen mit ihrem Steuerberater in Verbindung zu setzen. Dieser wird in Anlehnung an die Schreiben der Finanzministerien mit dem Finanzamt oder der Gemeinde abstimmen, welche Maßnahmen im konkreten Einzelfall gelten.

Unterstützung an Betroffene der Flutkatastrophe
Die Treuhand Hannover unterstützt Mandanten und Mitarbeiter, denen durch die aktuelle Flutkatastrophe ein Schaden entstanden ist, mit einer pauschalen Zuwendung in Höhe von 500 Euro. Darüber hinaus spendet der Treuhand-Verband Deutscher Apotheken e. V. einen Betrag von 5000 Euro an die Organisation Apotheker helfen e. V. zur Unterstützung von Hochwasser-Geschädigten.

28.07.2021
Peggy Eichhorn

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