Die aktuelle Marktlage beim Apothekenverkauf
Wie steht es um die aktuelle Marktlage der Apotheken? Wie stehen die Chancen für einen Verkauf? Diese und weitere Fragen haben wir für Sie aufbereitet.

Die aktuelle Marktlage der Apotheken in Deutschland ist im Jahr 2026 von einem historischen Tiefstand der Betriebsstätten, steigendem wirtschaftlichen Druck bei gleichzeitig wachsenden Gesamtumsätzen und tiefgreifenden politischen Reformen geprägt.
Der Strukturwandel im deutschen Apothekenmarkt setzt sich fort. Ausgehend von den Entwicklungen der vergangenen Jahre und den seit dem 2. Juli 2026 geltenden Veränderungen stehen Inhaber von Vor-Ort-Apotheken weiterhin vor der Herausforderung, eine aktive und individuelle Strategie zu entwickeln, um auch künftig erfolgreich am Apothekenmarkt zu agieren. Kommt in dieser Phase der geplante Apothekenverkauf hinzu, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die aktuelle Marktlage. Unsere Experten haben die wichtigsten Entwicklungen für Sie zusammengefasst.
Aktuelle Apothekensituation: Der Umsatz steigt und der Gesundheitsmarkt wächst
Laut aktueller ABDA-Statistik ist die Zahl der Apotheken bis März 2026 bundesweit weiter gesunken und liegt nun bei 16.541 Betriebsstätten. Dieser Trend wird sich aus unserer Sicht in abgeschwächter Form fortsetzen. Die regionalen Unterschiede lassen sich in drei Bereiche unterteilen:
- Isolierte Apothekenlagen in Flächenländern (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen, Bayern)
- Strukturell hoher Patientendruck in Ballungsräumen (Berlin, Hamburg, Bremen)
- Gefälle der Apothekendichte (Ost-West, Saarland)
Der im Markt verbleibende Umsatz von rund 800 Millionen Euro hat sich auf die verbleibenden Apotheken verteilt. Ein Grund für die Schließungen ist unter anderem, dass viele keinen Nachfolger gefunden haben.
Der Umsatz deutscher Apotheken befindet sich seit Jahren im Aufwärtstrend. Der durchschnittliche Jahresumsatz stieg 2025 auf rund 4,1 Millionen Euro je Apotheke. Dabei gibt es ein Verteilungssituation, die zeigt, dass ca. 62 Prozent der Apotheken weniger als diesen Durchschnitt erwirtschaften. Die zusätzlichen Umsätze infolge von Apothekenschließungen werden die weiteren Abflüsse in den Versandhandel zunächst noch kompensieren. Für 2026 erwarten wir eine Erhöhung des Betriebsergebnisses pro Apotheke im Vergleich zum Vorjahr um ca. 10 Prozent.
Der Gesundheitsmarkt wächst langfristig. Die Zahl der Pharmaziestudenten hat in den vergangenen Jahren zugenommen und auch die Anzahl der Approbierten ist gestiegen. Jeder zweite approbierte Pharmazeut hat seinen Arbeitsplatz in einer öffentlichen Apotheke gefunden. Gleichzeitig suchen jährlich viele Apothekenbetriebe einen Nachfolger – unter anderem aufgrund der demografischen Entwicklung und des damit einhergehenden altersbedingten Ausscheidens der Babyboomer-Generation.
Historische Veränderungen seit Juli 2026
Rahmenbedingungen für den Apothekenverkauf verbessert. Erstmals seit 13 Jahren wurde das Packungshonorar angehoben – von 8,35 Euro auf 9,00 Euro. Zum Jahresende 2026 steigt es weiter auf 9,50 Euro pro rezeptpflichtiger Packung.
Zusätzlich eröffnet die Reform neue Geschäftsfelder: Apotheken dürfen nun alle Impfungen mit Totimpfstoffen anbieten, nicht nur gegen Grippe und Corona. Auch Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) können nach entsprechender Schulung impfen. Neue pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) in den Bereichen Prävention bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Tabakentwöhnung stärken die Rolle der Apotheke im Primärversorgungssystem.
Für chronisch erkrankte Patienten wird die Versorgung ebenfalls erleichtert: Apotheker dürfen bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente bei bekannter Langzeitmedikation auch ohne ärztliche Verordnung abgeben. Bei Lieferengpässen erhalten Apotheken zudem mehr Handlungsspielraum beim Austausch von Rabattarzneimitteln.
Parameter beim Apothekenverkauf
Die Rahmenbedingungen für den Apothekenverkauf haben sich geändert. Im aktuellen Käuferverhalten beobachten wir eine geringere Risikobereitschaft. Planungssicherheit hat in der Vergangenheit einen immer höheren Stellenwert eingenommen. Entwürfe gesundheitspolitischer Maßnahmen werden kritisch beobachtet und führen zu einer höheren Unsicherheit und abwartenden Haltung Der Verkauf von Apothekenverbünden stellt grundsätzlich kein Hindernis dar, wobei der Trend zu OHG-Gestaltung bei großen Einheiten anhält. Das bietet Käufern und Verkäufern die Chance, die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen und durch optimierte Übergaberegelungen größere Einheiten mit höherem Gewinnpotenzial zu realisieren Kaufpreise im siebenstelligen Bereich können aufgrund der veränderten Risikobewertung der finanzierenden Banken jedoch eine Hürde darstellen.
Auf Verkäuferseite sehen wir einen hohen Beratungsbedarf, besonders in den Bereichen Personal, Digitalisierung und Strategie, um den Verkaufsprozess erfolgreich zu gestalten. Entscheidend ist die Einbindung von Experten sowie die sorgfältige Abstimmung der einzelnen Schritte, um eine logische Abfolge zu gewährleisten und voreilige Entscheidungen zu vermeiden.
Beim Apothekenverkauf spielen bestimmte betriebswirtschaftliche, rechtliche und strategische Kernkompetenzen eine entscheidende Rolle. Vor diesem Hintergrund ist es wichtiger denn je, die veränderten Anforderungen beim Apothekenverkauf zu berücksichtigen:
I. Eine apothekenindividuelle Kompensationsstrategie entwickeln und umsetzen mit dem Ziel:
- unmittelbare positive Effekte auf Personalkosten sowie -verfügbarkeit
- unmittelbare positive Effekte auf Rohertrag und Gewinn
- positive Effekte auf Kundenzahl und Umsatz
- unmittelbare Kostenentlastung
II. Die Ziele für den Apothekenverkauf frühzeitig planen.
III. Sich von professionellen, diskreten Experten umfassend begleiten lassen, insbesondere bei:
- Marktanalyse
- Wertermittlung
- Käufersuche
- Vertragsgestaltung
Zusammenfassend lässt sich sagen, nicht jeder Apothekenbetrieb wird in Zukunft einen Nachfolger finden. Es wird immer wieder Apotheken geben, die sich nur schwer verkaufen lassen. Dennoch gilt: Stimmen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Zukunftsperspektiven, werden Apothekenbetriebe auch künftig auf Interesse potenzieller Nachfolger stoßen.
Die Apothekenreform 2026 hat die wirtschaftlichen Grundlagen verbessert. Apotheken, die diese Chancen nutzen und ihre neuen Kompetenzen aktiv vermarkten, sind für Käufer besonders attraktiv. Damit Sie die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge gehen, unterstützt Sie die Treuhand Hannover. Sprechen Sie uns gern an oder kontaktieren Sie uns über die Treuhand-Apothekenbörse. Wir freuen uns auf Sie.
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