• {{label}}

Weihnachtsfeier – wann feiert das Finanzamt mit?

Kaum sind die Sommerferien zu Ende, stehen schon wieder die Weihnachtsplätzchen im Regal des Supermarktes. Die Weihnachtszeit rückt näher. Zeit für Weihnachtsfeiern und Geschenke als Zeichen der persönlichen Wertschätzung, um sich bei den Mitarbeitern für ein erfolgreiches Jahr und die gute Zusammenarbeit zu bedanken.
element_image

Worauf ist dabei zu achten, damit Sie die betriebliche Weihnachtsfeier steuerlich absetzen können? Auf die Kosten und die Gäste. Das ist eigentlich schon alles. Eine Weihnachtsfeier ist für das Finanzamt nichts anderes als eine Betriebsveranstaltung. Folglich sind die steuerlichen Regelungen zur Betriebsveranstaltung anzuwenden. Liegen also die Kosten der Weihnachtsfeier für einen Mitarbeiter über 110 Euro inklusive Umsatzsteuer, drohen nachteilige lohnsteuerliche und umsatzsteuerliche Konsequenzen.

Pro Jahr und Mitarbeiter kann es maximal zwei steuerfreie Betriebsveranstaltungen geben. Damit die Betriebsveranstaltung lohnsteuerfrei bleibt, dürfen die Kosten inklusive der Umsatzsteuer nicht höher als 110 Euro pro mitfeiernden Mitarbeiter liegen und es muss allen Mitarbeitern die Teilnahme freigestellt sein. Erfüllt Ihre Weihnachtsfeier diese Voraussetzung, sind die Kosten Betriebsausgaben. Sie sind steuerlich absetzbar und bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmern berechtigen die Rechnungen von Busunternehmen, Gaststätte und Weihnachtsmann zum Vorsteuerabzug.

Wie wird der geldwerte Vorteil pro Mitarbeiter ermittelt?
In die Ermittlung der Gesamtkosten einer Betriebsveranstaltung fließen folgende Kosten ein:

  • konsumierbare Kosten, wie Speisen, Getränke und Tabakwaren
  • Aufwendungen für den äußeren Rahmen, beispielsweise Location-Miete und Musik
  • Fahrtkosten im Rahmen der Betriebsveranstaltung, beispielsweise Transferkosten zur bzw. zwischen den Locations
  • Eintrittskarten
  • Übernachtungskosten
  • Geschenke anlässlich der Betriebsveranstaltung bis 60 Euro Bruttobetrag.
  • Nach Auffassung der Finanzverwaltung sind auch Geschenke, die nachträglich an Mitarbeiter überreicht werden, die nicht an der Weihnachtsfeier teilnehmen konnten, in die Gesamtkosten­ermittlung einzubeziehen.

Nach der aktuellen Auffassung der Finanzverwaltung ist bei der Ermittlung der anteiligen Betriebsveranstaltungskosten je Teilnehmer auf die bei der Betriebsveranstaltung anwesenden und nicht auf die angemeldeten Teilnehmer abzustellen. Sollten Sie eine »Familien«-Weihnachtsfeier mit den Angehörigen Ihrer Mitarbeiter planen, werden die Aufwendungen für die teilnehmende Begleitung dem jeweiligen Mitarbeiter zugerechnet.
Kommt es nun zu kurzfristigen Absagen seitens Ihrer Mitarbeiter, erhöht die Finanzverwaltung den geldwerten Vorteil bei den Teilnehmenden. Tatsächlich kommt es überhaupt nicht zu einem höheren geldwerten Vorteil, da bei den meisten Veranstaltungskonzepten die Teilnehmer ohnehin nach ihrem Belieben unbegrenzt viele Speisen und Getränke konsumieren dürfen. Zu dieser noch ungeklärten Thematik ist beim Bundesfinanzhof ein Revisionsverfahren anhängig. Bis dieses entschieden ist, bitten wir Sie sowohl die angemeldeten als auch die tatsächlichen Teilnehmer aufzuzeichnen und Ihrem persönlichen Berater zur Verfügung zu stellen. 

Folgen bei zu vielen Veranstaltungen oder Überschreitung des Freibetrages
Was ist, wenn es teurer wird oder das Team in diesem Kalenderjahr schon mehr als eine andere Betriebsveranstaltung gemacht hat? Dann betrachtet die Finanzverwaltung den Aufwand für die Feier als einen »geldwerten Vorteil« für Ihre Arbeitnehmer. Dieser führt zu Arbeitslohn. In diesen Fällen kann eine pauschale Lohnsteuerabgabe von 25 Prozent des 110 Euro pro Teilnehmer übersteigenden Betrages gewählt werden. Im Grundsatz führt diese Lohnsteuerpauschalierung zu einer Befreiung in der Sozialversicherung.
Wichtig ist allerdings, dass die Lohnsteuerpauschalierung bis zum 28./29. Februar des Folgejahres durchgeführt werden muss, damit die Sozialversicherungsfreiheit Bestand hat. Hier ergeben sich Praxisprobleme, da die Weihnachtsfeiern meist erst Ende November beziehungsweise im Dezember stattfinden. Um die Sozialversicherungsfreiheit zu sichern sollten Sie Ihrer lohnabrechnenden Stelle kurzfristig nach der Weihnachtsfeier mitteilen, ob und in welcher Höhe der Freibetrag von 110 Euro überschritten wurde. Notfalls sollte zur Sicherung der Sozialversicherungsfreiheit vorläufig ein geschätzter Betrag pro Teilnehmer lohnsteuerpauschaliert werden.

13.11.2019
Katja Adam

Kontakt

Haben Sie Fragen oder wünschen Sie weitere Informationen?

Katja Adam
Steuerberaterin
Telefon: 0511 83390 -244
Fax: 0511 83390 -475
E-Mail schreiben

Standorte

Sie möchten direkten Kontakt mit einer unserer über 30 Niederlassungen aufnehmen?

Niederlassung finden

Treuhand-Newsletter

Sie möchten über die aktuellsten Beiträge in unserem MAGAZIN und über weitere Neuigkeiten informiert werden?

 

Newsletter-Anmeldung

Zum Seitenanfang