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Einigung: Apotheken erhalten Fördergelder für Telematik-Zugang

Nach monatelangen Verhandlungen zwischen Apothekern und Kassen gibt es eine Einigung zur Finanzierung des Anschlusses an die Telematik-Infrastruktur der über 19.000 Apotheken.
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Für die Installation und Erstausstattung erhalten die Apotheken rund 2600 Euro. Hinzu kommen noch Betriebskostenpauschalen. Apotheken, die an einem Feldversuch für den elektronischen Medikationsplan teilnehmen, erhalten extra 14.000 Euro.

Durch die neue Telematik-Infrastruktur (TI) sollen Kliniken, Ärzte und Apotheker künftig elektronische Entlassbriefe, E-Medikationspläne oder E-Rezepte miteinander austauschen oder E-Patientenakten einsehen. Für den Zugang zu der TI und den Anwendungen sind verschiedene technische Voraussetzungen und Geräte nötig, für die Kosten anfallen werden.

Drei wichtige technische Voraussetzungen

  1. Ein eHealth-Konnektor wird benötigt für die sichere Verbindung ins TI-Netz. Er wird mit den stationären Kartenterminals der Apotheke per Netzwerk verbunden.
  2. Damit jede Apotheke als Institution an das digitale Netz angeschlossen werden kann, braucht der Inhaber eine Institutionenkarte, die SMC-B-Smartcard (Security Module Card Typ B). Die Karte wird bei der Installation der TI-Technik in eines der Kartenterminals gesteckt und über eine PIN freigeschaltet. Nur so kann der Konnektor eine Online-Verbindung zur TI herstellen. Die Ausgabe soll über die Apothekerkammern erfolgen.
  3. Der elektronische Heilberufsausweis (HBA-Smartcard) ist für den Zugang zur TI keine Pflicht, wohl aber für bestimmte kommende Anwendungen der TI wie den elektronischen Medikationsplan. Der HBA wird von der jeweils zuständigen Landesapothekerkammer ausgegeben und kann dort beantragt werden.

Einrichtungskosten
In der Debatte um die Finanzierung haben sich Apotheker und Kassen in den letzten Wochen des vergangenen Jahres verständigt. Konkret geht es um eine „Vereinbarung zum Ausgleich der erforderlichen erstmaligen Ausstattungskosten, die den Apothekeninhabern in der Festlegungs-, Erprobungs- und Einführungsphase der Telematik-Infrastruktur sowie der Kosten, die den Apothekeninhabern im laufenden Betrieb der Telematik-Infrastruktur entstehen“.

Für die Erstausstattung mit einem eHealth-Konnektor, inklusive zugehöriger SMC-B Smartcard und zwei stationären eHealth-Kartenterminals zahlen die Kassen 1362 Euro. Apotheken die mehr als 20.000 Rx-Packungen zulasten der GKV abgeben, erhalten zusätzliche Geräte: Bis zu 40.000 Rx-Packungen werden zwei weitere eHealth-Terminals mit jeweils 450 Euro finanziert. Für Apotheken ab 40.000 Rx-Packungen bis zu 80.000 Rx-Packungen zahlen die Kassen weitere zwei eHealth-Terminals mit je 450 Euro. Apotheken mit mehr als 80.000 Rx-Packungen müssen dies mit „geeigneten Unterlagen“ nachweisen. „Mehr als 10 Kartenlesegeräte pro Apothekenbetriebsstätte werden jedoch nicht finanziert“, heißt es in der Vereinbarung zwischen DAV und GKV-Spitzenverband.

Als Aufwandspauschale für die Einrichtung der neuen Technik zahlen die Kassen zusätzlich 1280 Euro. Davon entfallen 896 Euro auf die Installation und Schulung in den Apotheken und eine Pauschale in Höhe von 384 Euro für installationsbedingte Ausfallzeiten und sonstige Aufwände. Neben diesen Einrichtungskosten bekommen die Apotheker alle fünf Jahre 378 Euro für die Verwendung der SMC-B-Karte und 449 Euro für die Verwendung des HBA. Hinzu kommt eine weitere Betriebskostenpauschale von 210 Euro pro Quartal – unter anderem für den Zugang zur TI über VPN, den Betrieb des Konnektoren sowie der Kartenlesegeräte.

Feldtest & Förderung
Vor der flächendeckenden Nutzung von E-Medikationsplänen und anderen digitalen Anwendungen in der Apotheke müssen Feldtests durchgeführt werden. DAV und GKV-Spitzenverband wollen sich in der Gematik dafür einsetzen, dass 15 Apotheken die Anwendungen testen. Diese sollen einmalig 10.000 Euro als Hersteller-Förderpauschale erhalten. Weitere 3927 Euro sind vorgesehen als Förderung für die Fachanwendungen E-Medikationsplan und AMTS.

Abgewickelt werden die verschiedenen Förderungen über den Nacht- und Notdienstfonds (NNF). Stichprobenartige Prüfungen der Abrechnungen seitens der Kassen werden vorbehalten, um falsche Abrechnungen zurückzufordern.

24.01.2019
Guido Michels - Treuhand Hannover

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