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Geschenke an Geschäftspartner: Was gibt es steuerlich zu beachten?

Ein Geschenk an einen Geschäftspartner als kleine Geste der Wertschätzung ist immer eine gute Idee. Damit das Präsent nicht zum steuerlichen Reinfall wird, gibt es einiges zu beachten.

Geschäftspartner spielen für den unternehmerischen Erfolg eine zentrale Rolle. Um Geschäftsbeziehungen zu pflegen, ist nicht nur der regelmäßige Kontakt elementar. Mit Geschenken können Sie Ihren Kooperationspartnern Ihre Wertschätzung ihnen gegenüber vermitteln und eine positive Grundlage für künftige Kooperationen schaffen. Die Auswahl des entsprechenden Präsents muss gut überlegt sein und es sollte weder minderwertig noch übertrieben wirken.

Für Geschenke den Betriebsausgabenabzug nutzen

Durch die steuerliche Brille betrachtet ist nicht jedes Geschenk an Geschäftspartner per se als Betriebsausgabe abzugsfähig. Die Auswahl des Geschenks sollte daher mit Bedacht gewählt und bestimmte Punkte beachtet werden.

Die steuerliche Abzugsfähigkeit eines Geschenks an einen Geschäftspartner setzt voraus, dass es aus betrieblichen Gründen gemacht wird und keine Gegenleistung damit verbunden ist. Das bedeutet: Ein Geschenk setzt eine unentgeltliche Zuwendung an den Empfänger voraus.

Der Zweck, Geschäftsverbindungen anzubahnen, zu sichern oder zu verbessern, stellt hier keine Gegenleistung dar. Der Sinn und Zweck von Geschenken ist der, sich in Erinnerung zu bringen.

Abzugsfähig sind Geschenke in Form von Blumen, Theaterkarten und andere Eintrittskarten sowie allgemeine Sach- und Geldgeschenke (ohne Gegenleistung). Für den Abzug dieser Aufwendungen als Betriebsausgaben müssen die nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Geschenke an Geschäftsfreunde sind nur bis zu einem Wert von 35 Euro netto pro Jahr und Empfänger als Betriebsausgabe abzugsfähig.
  • Die nichtabziehbare Vorsteuer (bei nicht vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmern, zum Beispiel bei Ärzten) ist in die Ermittlung der Wertgrenze einzubeziehen. In diesen Fällen darf der Bruttobetrag (inklusive Umsatzsteuer) nicht mehr als 35 Euro betragen.
  • Es muss eine ordnungsgemäße Rechnung vorhanden sein. Der Schenker muss auf dieser den Namen des Empfängers vermerken. Bei Rechnungen mit vielen Positionen sollte eine gesonderte Geschenkliste mit den Empfängernamen sowie der Art und der Betragshöhe des Geschenks gefertigt werden.
  • Schließlich müssen die Aufwendungen in der Buchführung auf ein separates Konto, zum Beispiel »Geschenke an Geschäftsfreunde« - getrennt von allen anderen Betriebsausgaben - , gebucht werden.

Überschreitet die Wertgrenze sämtlicher Geschenke pro Person und Wirtschaftsjahr den Betrag von 35 Euro oder werden die formellen Voraussetzungen nicht beachtet, sind die Geschenke an diese Personen insgesamt nicht abzugsfähig.

Wann ist eine Pauschalbesteuerung von Geschenken sinnvoll?

Ist der Beschenkte ein Unternehmer, muss er den Wert des Geschenks in der Regel als Betriebseinnahme erfassen. Wie wir in der Praxis immer wieder erleben, ist es keine Seltenheit, dass im Rahmen einer Außenprüfung Sachgeschenke festgestellt werden, die der Beschenkte nicht als Betriebseinnahme erfasst hat. Die Folge: Er muss nachträglich Steuern darauf zahlen. Ein Geschenk kann so den gewünschten Effekt verfehlen. Das können Sie vermeiden, indem Sie die Zuwendung pauscha­­­­­l versteuern.

Sie haben bei betrieblich veranlassten Sachzuwendungen und Geschenken die Möglichkeit, eine Pauschalsteuer von 30 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag sowie Kirchensteuer zu leisten. Die Pauschalsteuer wird ans Finanzamt abgeführt und darf dann als Betriebsausgabe verbucht werden.

Das bedeutet im Klartext, dass der Schenker die Pauschalsteuer übernimmt und damit den Beschenkten von der Besteuerung befreit. Dieser muss dann nichts weiter tun. Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber, dass der Schenker den Beschenkten über die Steuerübernahme unterrichtet, sonst geht die Steuerübernahme ins Leere.

Streuwerbeartikel und Aufmerksamkeiten: Die Ausnahmen von der Pauschalbesteuerung

Kleine Werbegeschenke von geringem Wert bis zehn Euro werden nicht besteuert. Sie gelten als Streuwerbeartikel, welche das Ziel haben, durch ihre breite Streuung eine Vielzahl von Menschen zu erreichen und damit den Bekanntheitsgrad des Unternehmens zu steigern.

Die Finanzverwaltung stuft alle Sachzuwendungen, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter zehn Euro liegen, als Streuwerbeartikel ein. Besteht der einzelne Werbeartikel aus einer Sachgesamtheit, zum Beispiel Präsentkorb, ist für die Prüfung der Zehn-Euro-Grenze auf den Wert der Sachgesamtheit abzustellen.

Auch bloße Aufmerksamkeiten in der Form von Sachzuwendungen aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses, wie Geburtstag beziehungsweise Jubiläum sind keine Geschenke und werden daher nicht pauschal besteuert. Das gilt, sofern der Wert der Aufmerksamkeit sechzig Euro (inklusive Umsatzsteuer) nicht übersteigt.

25.01.2023
Katja Adam

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