• {{label}}

Kleine Fotovoltaikanlagen: »Liebhaberei auf Antrag« wurde konkretisiert

Die Beurteilung der Gewinnerzielungsabsicht ist oft Anlass für Streit mit dem Finanzamt. Dies gilt auch für kleine Fotovoltaikanlagen, sodass die Finanzverwaltung hier eine Vereinfachung geschaffen hat: Die Liebhaberei auf Antrag. Da in dem Schreiben des Bundesfinanzministeriums Fragen offengeblieben sind, wurde es nun konkretisiert.

Auf schriftlichen Antrag des Steuerpflichtigen ist ohne weitere Prüfung zu unterstellen, dass die Fotovoltaikanlage oder vergleichbare Blockheizkraftwerke (BHKW) nicht mit Gewinnerzielungsabsicht (= steuerlich unbeachtliche Liebhaberei) betrieben werden. Der Antrag wirkt in allen offenen Veranlagungszeiträumen (VZ) und für die Folgejahre.

Wann sollte die »Liebhaberei auf Antrag« beantragt werden?

Eine Antragstellung kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn bereits für ältere Jahre Verluste anerkannt wurden und diese Jahre nicht geändert werden können. Dann bleiben diese Verluste steuerlich erhalten, künftige Gewinne unterliegen jedoch nicht der Besteuerung.

Die Liebhaberei gilt für kleine Fotovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von bis zu 10 Kilowatt/ Kilowatt-Peak sowie für kleine BHKW mit einer installierten Leistung von bis zu 2,5 Kilowatt. Betreiber können eine steuerpflichtige Person oder eine Mitunternehmerschaft sein.

Die Definition der Grenzen wurde konkretisiert

Hinsichtlich der Definition der Grenzen erfolgten Konkretisierungen: Alle Fotovoltaikanlagen/BHKW, die von einer antragstellenden Person betrieben werden, bilden einen einzigen Betrieb, sodass die jeweiligen Leistungen zu addieren sind. Das gilt sowohl für Anlagen, die sich auf demselben Grundstück befinden als auch für Anlagen auf verschiedenen Grundstücken. Es sind auch Anlagen einzubeziehen, die die übrigen Voraussetzungen der Vereinfachungsregelung nicht erfüllen (zum Beispiel Anlagen, deren Strom einem Mieter des Antragstellers zur Verfügung gestellt wird).

Es ist unschädlich beziehungsweise für die Antragstellung unerheblich, ob sich die Anlage …

  • auf einem Mehrfamilienhaus (mit zumindest einer zu eigenen Wohnzwecken genutzten Wohnung)
  • einem zu eigenen Wohnzwecken genutzten Zweifamilienhaus (mit einer vermieteten Wohnung) oder
  • auf einem zu eigenen Wohnzwecken genutzten Einfamilienhaus befindet.

Zudem ist zu beachten, dass der (teilweise) Verbrauch des Stroms durch einen Mieter oder zu anderweitigen eigenen oder fremden betrieblichen Zwecken technisch ausgeschlossen sein muss. Dies gilt nicht, wenn die Mieteinnahmen 520 Euro im Veranlagungszeitraum (VZ) nicht überschreiten.

Bei Neuanlagen (Inbetriebnahme nach dem 31. Dezember 2021) ist der Antrag bis zum Ablauf des VZ zu stellen, der auf das Jahr der Inbetriebnahme folgt. Bei Altanlagen (Inbetriebnahme vor dem 31. Dezember 2021) ist der Antrag bis zum 31. Dezember 2022 zu stellen.

Einer Ausnahme unterliegen Anlagen, die vor 2004 in Betrieb genommen wurden, und die nach dem Auslaufen der Förderung in die Einspeisevergütung im Sinne des § 21 Abs. 1 Nr. 3 EEG 2021 eintreten (ausgeförderte Anlagen), denn sie können frühestens nach 20 Jahren Betriebsdauer zur Liebhaberei übergehen. Der Antrag wirkt hier erst für den VZ, der auf den VZ folgt, in dem letztmalig die garantierte Einspeisevergütung gewährt wurde.

Kommt jetzt die gesetzliche Neuregelung?

In Fachkreisen wird mitunter kritisiert, dass ein derartiger Eingriff in die Besteuerung nur durch ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums geregelt wird, das die Gerichte nicht bindet.

Aber auch auf der Gesetzgebungsebene scheint das Thema »Fahrt aufzunehmen«. Der Bundesrat hat in seiner Stellungnahme zum »Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung unionsrechtlicher Vorgaben im Umsatzsteuerrecht« am 5. November 2021 gefordert, bereits für den Veranlagungszeitraum 2021 eine (Ertrags-)Steuerbefreiung für die Stromerzeugung aus Solaranlagen mit einer möglichen Gesamtleistung von bis zu 30 kW und aus BHKW mit einer installierten elektrischen Leistung von bis zu 7,5 Kilowatt zu schaffen. Die weitere Entwicklung bleibt vorerst abzuwarten.

Quelle: BMF-Schreiben vom 29.10.2021, Az. IV C 6 - S 2240/19/10006 :006, unter www.iww.de, Abruf-Nr. 22559

04.01.2022

Standorte

Sie möchten direkten Kontakt mit einer unserer über 30 Niederlassungen aufnehmen?

Niederlassung finden

Treuhand-Newsletter

Sie möchten über die aktuellsten Beiträge in unserem MAGAZIN und über weitere Neuigkeiten informiert werden?

 

Newsletter-Anmeldung

Zum Seitenanfang
Cookie-Einstellungen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugten Cookie-Einstellungen

Details zu den Cookies

Notwendige Cookies
Notwendige Cookies sind erforderlich, um die Webseite nutzbar zu machen. Diese Cookies ermöglichen grundlegende Funktionen wie beispielsweise die Seitennavigation und den Zugriff auf sichere Bereiche der Webseite. Ohne diese Cookies kann die Webseite nicht ordnungsgemäß funktionieren.

Tracking-Cookies
Tracking-Cookies werden verwendet, um das Nutzerverhalten auf der Website erfassen zu können. Diese Informationen werden genutzt, um das Nutzererlebnis stetig zu optimieren und Reibungspunkte oder mögliche Fehler zu verhindern.

Cookie-Historie