• {{label}}

Viertes Corona-Steuerhilfegesetz: Weitere Hilfsmaßnahmen in der Pipeline!

Am 19. Mai hat der Bundestag das vierte Gesetz zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise beschlossen. Die Maßnahmen gehen in einigen Punkten weiter als von der Bundesregierung vorgeschlagen. Die Zustimmung durch den Bundesrat ist für den 10. Juni vorgesehen. In Kraft tritt das Gesetz dann mit Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt.

Neben einem steuerfreien Corona-Bonus für Pflegekräfte sieht das neuste Corona-Steuerhilfegesetz vor allem Verlängerungen von bereits befristet eingeführten Maßnahmen wie beispielsweise der Home-Office-Pauschale vor. Welche Hilfsmaßnahmen der Gesetzesentwurf beinhaltet.

Corona-Bonus für Pflegekräfte

Noch bevor der Pflegebonus gesetzlich verankert wurde, hat die Bundesregierung im Entwurf des Vierten Corona-Steuerhilfegesetzes die Weichen für eine Steuerfreiheit gestellt.

Nach dem Entwurf des § 3 Nr. 11b Einkommensteuergesetz (EStG-E) sollen steuerfrei bleiben: »Zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn vom Arbeitgeber in der Zeit vom 18. November 2021 bis zum 31. Dezember 2022 an seine Arbeitnehmer zur Anerkennung besonderer Leistungen während der Corona-Krise gewährte Leistungen bis zu einem Betrag von 4500 Euro.«

Anspruchsberechtigt sind nicht nur Pflegekräfte, sondern auch weitere in Krankenhäusern sowie in Pflegeeinrichtungen und -diensten tätige Arbeitnehmer. Dies schließt auch Auszubildende, Freiwillige im Sinne des § 2 des Bundesfreiwilligendienstgesetzes und Freiwillige im Sinne des § 2 des Jugendfreiwilligendienstegesetzes im Freiwilligen Sozialen Jahr ein.

Im ursprünglichen Gesetzesentwurf war vorgesehen, nur solche Zahlungen von der Steuer zu befreien, die aufgrund bundes- oder landesrechtlicher Regelungen geleistet werden. Diese Voraussetzung wurde im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens gestrichen. Damit sind nun auch freiwillige Leistungen des Arbeitgebers begünstigt. Zudem wurde der begünstigte Personenkreis erweitert. Jetzt gibt es die Möglichkeit der Steuerfreiheit auch für Beschäftigte in Einrichtungen für ambulantes Operieren, bestimmte Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, Dialyseeinrichtungen, Arzt- und Zahnarztpraxen sowie für Rettungsdienste. Darüber hinaus wurde der Betrag von ursprünglich 3.000 Euro auf 4.500 Euro angehoben.

Home-Office-Pauschale soll in die nächste Runde gehen

Die Home-Office-Pauschale soll um ein Jahr bis zum 31. Dezember 2022 verlängert werden. Somit können Steuerpflichtige auch im Veranlagungszeitraum 2022 für jeden Kalendertag, an dem sie ihre betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausüben und keine außerhalb der häuslichen Wohnung belegene Betätigungsstätte aufsuchen, einen Betrag von 5 Euro abziehen; höchstens aber 600 Euro im Kalenderjahr.

Degressive Abschreibungen sollen weiterhin möglich bleiben

Durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz vom 29. Juni 2020 können bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die in den Jahren 2020 und 2021 angeschafft oder hergestellt wurden, degressiv abgeschrieben werden. Dies ist sinnvoll, wenn Abschreibungsvolumen möglichst früh als Aufwand genutzt werden soll. Diese Regelung soll nun auch für Wirtschaftsgüter gelten, die im Jahr 2022 angeschafft oder hergestellt werden.

Dabei sollten Sie beachten, dass eine degressive Abschreibung von 25 Prozent (höchstens das 2,5-Fache der linearen Abschreibung) gewährt wird.

Verlängerte Investitionsfristen für bestimmte Wirtschaftsgüter

Für die künftige Anschaffung oder Herstellung (Investitionszeitraum von drei Jahren) von abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens kann ein Investitionsabzugsbetrag (IAB) von bis zu 40 Prozent (in nach dem 31. Dezember 2019 endenden Wirtschaftsjahren: 50 Prozent) der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnmindernd geltend gemacht werden.

Für Fälle, in denen die Investitionsfrist im Jahr 2022 abläuft, soll diese um ein Jahr verlängert werden.

Zudem sollen die Reinvestitionsfristen des § 6b EStG »Übertragung stiller Reserven bei der Veräußerung bestimmter Anlagegüter« um ein weiteres Jahr verlängert werden.

Erweiterung des Verlustrücktrags

Der Verlustrücktrag soll ab dem Verlustentstehungsjahr 2022 von einem Jahr auf zwei Jahre erweitert werden. Zudem sollen die mit dem Dritten Corona-Steuerhilfegesetz vom 17. März 2021 auf 10 Mio. Euro (beziehungsweise auf 20 Mio. Euro bei Zusammenveranlagung) angehobenen Grenzen beim Verlustrücktrag für die Veranlagungszeiträume 2022 und 2023 beibehalten werden.

Verlängerung Kurzarbeitergeld

Die Förderung der steuerfreien Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld soll bis Ende Juni 2022 verlängert werden.

Aufhebung der Regelungen zur bilanzsteuerlichen Abzinsung von Verbindlichkeiten 

Die Verpflichtung zur Abzinsung von Verbindlichkeiten soll nach dem 31. Dezember 2022 endenden Wirtschaftsjahren aufgehoben werden.

Anmerkung: Diese Regelung ist im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens neu aufgenommen worden.

Steuererklärungsfristen sollen verlängert werden

Für durch Angehörige der steuerberatenden Berufe erstellte Steuererklärungen ist Folgendes vorgesehen.

  • Steuererklärung 2022: Verlängerung um zwei Monate bis Ende Juli 2024
  • Steuererklärung 2021: Verlängerung um vier Monate bis Ende August 2023
  • Steuererklärung 2020: Verlängerung der Abgabe um drei weitere Monate bis Ende August 2022

Für nicht beratene Steuerpflichtige soll für das Veranlagungsjahr 2021 eine Verlängerung um zwei Monate bis Ende Oktober 2022 erfolgen (für das Veranlagungsjahr 2022 bedeutet das eine Verlängerung um einen Monat bis Ende August 2023).

10.06.2022

Standorte

Sie möchten direkten Kontakt mit einer unserer über 30 Niederlassungen aufnehmen?

Niederlassung finden

Treuhand-Newsletter

Sie möchten über die aktuellsten Beiträge in unserem MAGAZIN und über weitere Neuigkeiten informiert werden?

 

Newsletter-Anmeldung

Zum Seitenanfang
Cookie-Einstellungen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugten Cookie-Einstellungen

Details zu den Cookies

Notwendige Cookies
Notwendige Cookies sind erforderlich, um die Webseite nutzbar zu machen. Diese Cookies ermöglichen grundlegende Funktionen wie beispielsweise die Seitennavigation und den Zugriff auf sichere Bereiche der Webseite. Ohne diese Cookies kann die Webseite nicht ordnungsgemäß funktionieren.

Tracking-Cookies
Tracking-Cookies werden verwendet, um das Nutzerverhalten auf der Website erfassen zu können. Diese Informationen werden genutzt, um das Nutzererlebnis stetig zu optimieren und Reibungspunkte oder mögliche Fehler zu verhindern.

Cookie-Historie